Der Weg in den Orden

Die Einführung ins Ordensleben vollzieht sich in Phasen und beinhaltet ein schrittweises Hineinwachsen in die Spiritualität und die dominikanische Lebensweise der Schwestern. Voraussetzung für das Gelingen ist eine Berufung von Gott. Er ist es, der den Menschen erwählt, beruft und befähigt zu einem Leben der engeren Nachfolge Christi.

Mutter Teresa sagte einmal: „Die Gnade der Berufung ist etwas ganz Zartes. Du musst sie gut hüten. Du kannst sie leicht verlieren.“

Es ist etwas Wunderbares, wenn Gott sich einem Menschen zuneigt und in seine engere Nachfolge ruft. Der göttliche Ruf ist immer eine Einladung, nie Zwang, und nur ein freiwilliges, hochherziges Ja der Liebe unsererseits kann ihm entsprechen.
Hat eine junge Frau den Ruf Gottes vernommen und ins Herz eingelassen, dann wächst die Sehnsucht nach Ganzhingabe an Christus. Es beginnt die Suche nach der Gemeinschaft, wo sich diese Sehnsucht erfüllen kann.

 

Kennenlernen

Der erste Schritt ist die Phase des Kennenlernens. Nach Kontaktaufnahme bieten ein Besuch im Kloster und eventuell ein längerer Aufenthalt die beste Möglichkeit eines gegenseitigen Kennenlernens, um zu einer guten Entscheidung zu gelangen.

 

Postulat

Nach Aufnahme ins Kloster wird die junge Frau schrittweise ins Ordensleben eingeführt. Die Ausbildung beginnt mit dem Postulat, eine erste Probezeit (6-12 Monate), wo die Postulantin unsere Lebensweise kennen lernt und ihre Berufung prüfen kann unter der Leitung einer Meisterin. Wenn sie glaubt, dass sie eine Berufung zum dominikanischen Leben hat, bittet sie um Zulassung zum Noviziat.

 

Noviziat

Das Noviziat ist eine intensive Probezeit und beginnt mit der Einkleidung. Unter Anleitung der Novizenmeisterin wächst die Novizin in die Gemeinschaft und in das religiöse Leben hinein. Sie zieht sich von äußeren ablenkenden Angelegenheiten zurück und fügt sich ganz in den Tagesrhythmus des Gebetes und Lebens der Gemeinschaft ein. Häusliche Tätigkeiten und theologische Studien gehören zum Noviziatsalltag. Die Novizin hat Zeit zum Studium und zum Nachdenken und stillen Dasein vor Gott, um Gottes Weg und Willen für sie zu erkennen und seinem Liebesruf mit Liebe zu antworten. Nach dem von der Kirche vorgeschriebenen kanonischen Jahr darf die Novizin in unserer Gemeinschaft noch ein zusätzliches Jahr ihre Christusbeziehung vertiefen, um dann mit Leib und Seele bereit zu sein für ihre Ganzhingabe in der Profess.

 

Juniorat

Nachdem die Novizin um Zulassung zur Profess gebeten und die Gemeinschaft in geheimer Abstimmung dafür abgestimmt hat, legt sie ihre einfachen oder zeitlichen Gelübde ab. In aller Freiheit weiht sie sich mit allem, was sie ist und hat, ganz und gar Gott in der Nachfolge Christi, um in dieser konkreten Gemeinschaft ein Leben nach dem Evangelium zu führen in Armut, Keuschheit und Gehorsam. Sie verpflichtet sich für drei Jahre zum Leben nach den Satzungen des Ordens. Unter Anleitung einer Meisterin führt sie ihre Studien fort.

 

Feierliche Profess

Nach mindestens drei bis maximal neun Jahren einfacher Profess muss die junge Schwester sich entscheiden, ob sie für immer Dominikanerin bleiben will. In dieser Zeit prüft die Gemeinschaft ebenfalls ihre Eignung für das kontemplative dominikanische Leben und stimmt ab über ihre Zulassung zur ewigen Profess.
Durch die Ablegung der Gelübde „bis zum Tode“, der feierlichen Profess, weiht sich die Nonne ganz Gott und bindet sich für immer an den Orden.

 

Weiterbildung

Wir legen großen Wert auf eine gründliche Ausbildung und eine lebenslange Weiterbildung wie auf die Entfaltung und den Einsatz persönlicher Talente.

 

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