Columba Schonath und die Verehrung der Heiligen Fünf Wunden

Columba Schonath und die Verehrung der hl. Fünf Wunden

Ein Beispiel barocker Passionsfrömmigkeit

von Dr. Norbert Jung; Vortrag am Studientag 03.03.2018 im Dominikanerinnenkloster vom Heiligen Grab

 

Die Barockzeit – mehr als ein Baustil

 

Fragt man in unseren Tagen einen Durchschnittsbürger, was er unter „Barock“ versteht, bekommt man – wenn überhaupt – die Auskunft, es handle sich um einen Baustil, der meist mit den Attributen „überladen, übertrieben, prunkvoll“ näherhin beschrieben wird. Diese Verengung der Perspektive auf die Architektur ist wenig verwunderlich, prägen doch die Bauwerke dieser Zeit bis heute unsere Gegend – und erfüllen nicht selten immer noch die Einwohner mit Stolz und Selbstbewusstsein. Freilich sind die Bauwerke im Grunde eigentlich nur die Überreste und Exponenten einer Geisteshaltung, die sie überhaupt erst hervorgebracht und in ihrer Eigenart geprägt hat. Vieles, wenn nicht das Meiste von dem, was noch heute als „typisch katholisch“ angesehen wird, war erst auf dem Konzil von Trient (1545–1563) endgültig festgelegt und vereinheitlicht worden. Dazu zählt zum Beispiel die Messopferlehre, die Lehre vom Ablass, die Position und Bedeutung des Tabernakels im katholischen Gotteshaus, die Heiligenverehrung und die Ehelehre.[1]

Die geistesgeschichtliche Epoche des Barock[2] lässt sich bei uns in die etwa eineinhalb Jahrhunderte zwischen 1648 (Ende des Dreißigjährigen Krieges) und dem Ende des 18. Jahrhunderts (Französische Revolution, Säkularisation) einordnen. Architektur und bildende Kunst brachten damals, beginnend in Rom mit Michelangelo und Bernini, das Wiedererstarken des Katholizismus sinnenfällig zum Ausdruck. Der Typus der „Jesuitenkirche“ (vgl. St. Martin, ehemalige Jesuitenkirche zum Hl. Namen Jesu in Bamberg)[3] – vermittelt über die Alpen als Zeichen neu erstarkten Selbstbewusstseins – exportierte diesen Geist aus der Hauptstadt des Katholizismus hinaus in die Bischofsstädte der katholisch gebliebenen Welt. Lichtdurchflutete Innenräume, überbordender Stuck, farbenfrohe Fresken, schwungvoll-bewegte Heiligenfiguren prägten mehr als zuvor die Innenräume der Kirchen.[4] Das Bilderdekret des Konzils von Trient hatte in bewusster Absetzung gegenüber den reformatorischen Bilderstürmern den katechetischen Nutzen der darstellenden Kunst betont. Darin heißt es: „Durch die in Gemälden oder anderen Abbildungen ausgedrückten Geschichten der Geheimnisse unserer Erlösung wird das Volk darin erzogen und bestärkt, sich der Glaubensartikel zu erinnern und sie unermüdlich zu verehren; dann aber wird aus allen heiligen Bildern ein großer Nutzen gezogen, nicht nur, weil das Volk an die Wohltaten und Geschenke erinnert wird, die ihm von Christus erwiesen wurden, sondern auch, weil den Gläubigen durch die Heiligen Gottes Wunder und heilsame Beispiele vor Augen geführt werden, so dass sie Gott für diese Dank sagen, ihr Leben und ihre Sitten auf die Nachahmung der Heiligen ausrichten und dazu angespornt werden, Gott anzubeten und zu lieben und die Frömmigkeit zu pflegen.“[5] Auch Literatur und Theater blühten damals neu auf und wurden gerade auch von den Jesuiten zur Vermittlung geistlich-religiöser Inhalte genutzt.[6]

 

Die Mystikerin Maria Columba Schonath – ein Kind ihrer Zeit

 

Schwester Maria Columba Schonath (1730–1787) war ein Kind dieser Zeit: So wie damals allgemein Frömmigkeitsformen des Spätmittelalters neu aufgegriffen und verstärkt wurden, erleben wir bei Columba sozusagen ein „Revival“ der mittelalterlichen Passionsfrömmigkeit der Dominikaner(innen) bis hin zum Phänomen der Stigmatisation.[7] Sie wurde 1730 als Maria Anna Schonath in Burgellern geboren und wuchs als Kind und Jugendliche in die von der eben beschriebenen Geisteshaltung geprägten Frömmigkeit ihrer Zeit in ihrer Heimatgemeinde Scheßlitz hinein. Zur Volksfrömmigkeit ihrer Tage gehörte zweifellos die Verehrung der Fünf Wunden Christi. Auch für sie selbst bildete die Fünf-Wunden-Verehrung eine Konstante ihres Gebetslebens, was ja schon allein die Tatsache ihrer Stigmatisation nahelegt. In den von Franz Kohlschein edierten Aufzeichnungen der Dominikanerin finden sich die fünf Wunden allerdings nur vier Mal direkt belegt. Dort heißt es, dass Jesus ihr in ihren Visionen seine fünf Wunden zeigte, dass sie diese küsste und dass sie den Herrn durch seine heiligen fünf Wunden um ein Zeichen bat.[8] Der deutlichste Hinweis auf eine diesbezügliche Praxis Columbas findet sich im Bericht über einen Traum, den sie am 22. März 1765 hatte. Dabei beschreibt sie ihre Gewohnheit, die sie schon pflegte, bevor sie ins Kloster eingetreten war, jeden Abend, besonders am Freitag, „fünf Vater unser und ebenso viele Ave-Maria für alle zu beten, die in den nächsten vierundzwanzig Stunden in Todesnot kommen und sterben würden. Dabei befahl ich ihre Seelen wie auch die leidenden Seelen im Fegfeuer in die fünf Wunden Christi.“[9]

Daher ist es keine Überraschung, dass ihr die Fünf Wunden Christi bis hinein in ihre eigene Sterbestunde wichtig waren. Der Bericht über ihre letzten Stunden ist daher für unser Thema einschlägig: „Vom Beichtvater hatte sie früher begehrt, man solle ihr in der Stunde des Todes das Gebet von den heiligen fünf Wunden vorbeten. […] Jetzt begannen ihre Wunden, die sie an ihrem Leibe trug, stark zu bluten und als der Priester anfing zu beten: ‚Jesu Christe, für uns am Kreuz gestorben, durch die hl. Wunde Deiner rechten Hand‘, da streckte Columba den rechten Arm aus und die Wunde in der rechten Hand floß mit Blut; desgleichen, da als man betete: ‚Jesu Christe, für uns am Kreuz gestorben durch die hl. Wunde Deiner linken Hand‘, da streckte die Schwester die die linke Hand aus und die Wunde floß mit Blut. Und wieder wurde gebetet: ‚Jesu Christe, für uns am Kreuz gestorben durch die hl. Wunde Deines rechten Fußes‘; da bluteten auch die Wunden an den Füßen. Und zum letztenmale erhob der Priester seine Stimme: ‚Jesu Christe, für uns am Kreuz gestorben durch die hl. Wunde Deiner Seite‘, – da fingen alle Glieder zu krachen an und die Wunden ihres Körpers flossen allesamt mit Blut.“[10] Sie starb kurz darauf am Morgen des 3. März 1787.

Columba kannte also die Fünf-Wunden-Verehrung und praktizierte sie von Jugend an bis hinein in ihre Sterbestunde. Was hat es aber damit auf sich?

 

Zur Geschichte der Verehrung der hl. Fünf Wunden Christi

 

Die Andacht zu den fünf Wunden Christi wird zur Zeit des iroschottischen Mönchtums zum ersten Mal in den Quellen benannt. Ihr Gedächtnis sollte den Beter zu Reue und Buße führen, indem es ihn an das Leiden Christi zur Sühne der Sünden der Menschen erinnerte. Aufgrund der Stigmatisation des heiligen Franziskus fand diese Form der Frömmigkeit eine starke Verbreitung und spirituell-theologische Vertiefung, insbesondere durch die Brüder und Theologen des Franziskanerordens wie etwa Bonaventura, aber auch in den Spiritualitäten anderer Ordensgemeinschaften.[11] In der Zeit der mittelalterlichen Mystiker erlebte die Passionsmystik eine erste Hochphase (vgl. die Zeile des Gebets „Anima Christi“: „Birg in deinen Wunden mich“, GL Nr. 6,4). Im Spätmittelalter finden sich vielfach Gebete zu Ehren der fünf Wunden in den Andachtsbüchern. Spuren davon finden sich auch heute noch im Gotteslob, erinnert sei z. B. an die Liedzeile „O Jesu mein, die heil‘gen Wunden dein mir sollen Ruhstatt sein für meine Seele“ im Abendlied „In dieser Nacht sei du mir Schirm und Wacht“ (GL Nr. 91,2) oder im Marienlied „Lasst uns erfreuen herzlich sehr“ aus der Feder von Friedrich Spee an die vierte Strophe: „Aus seinen Wunden fließen her fünf Freudenseen, fünf Freudenmeer“ (GL Nr. 533,4). Weitere Beispiele sind GL Nr. 507,3: „Ich hab‘ nun überwunden Kreuz. Leiden, Angst und Not; durch seine heil’gen Wunden bin ich versöhnt mit Gott“, oder GL 532,4: „Drücke deines Sohnes Wunden, wie du selber sie empfunden, heil’ge Mutter, in mein Herz“ (Stabat mater).

Es kam auch der Brauch auf, beim Abendläuten mit fünf Vater unser an die Wunden Christi zu erinnern, in der Volksfrömmigkeit wiederum gefördert vor allem durch die Franziskaner (vgl. altes Gotteslob S. 774, letzter Abschnitt – diese traditionelle Form des Fünfwundengebets wurde jedoch offenbar nicht mehr ins neue Gotteslob von 2013 übernommen). Eine eigene Votivmesse zu den hl. Fünf Wunden gibt es bis heute im Passionistenorden,[12] der auch einen eigenen Gedenktag am Freitag der 2. Osterwoche kennt (vgl. den Gedenktag der hl. Lanze und der hl. Nägel zum gleichen Termin im Bamberger Diözesanproprium). Ebenso kannte der Dominikanerorden, der ja an sich eine Hochburg der Passionsfrömmigkeit war, ein Fest der hl. Fünf Wunden am Freitag der dritten Fastenwoche.[13] Andere, weit verzweigte Formen der Passionsfrömmigkeit waren beispielsweise die Verehrung der Schulterwunde Christi, die man auf eine Vision des heiligen Bernhard von Clairvaux zurückführte, oder auch die besondere Devotion, die man der Seitenwunde entgegenbrachte. Übrigens gab es im Protestantismus, vor allem im Pietismus und bei der Herrnhuter Brüdergemeinde, eine eigene Ausprägung der Passionsfrömmigkeit – erinnert sei nur an das bekannte Passionslied „O Haupt voll Blut und Wunden“ GL Nr. 289). Dabei wurde auch die Andacht zu den Fünf Wunden gepflegt – es handelt sich also nicht, wie man vordergründig meinen könnte, um eine rein katholische Form des Passionsgedenkens.[14]

Die Wundmale Christi zählten im Mittelalter zu den so genannten „arma Christi“ und wurden zunächst auch häufig zusammen mit ihnen dargestellt. Ab dem Spätmittelalter wurden das durchbohrte Herz und die durchbohrten Hände und Füße Jesu auch ohne die anderen Passionssymbole dargestellt: Fünf-Wunden-Kreuze bzw. Bildstöcke sowie Fünf-Wunden-Rosenkränze legen davon Zeugnis ab. Im Bistum Bamberg breitete sich die Fünf-Wunden-Frömmigkeit im Zusammenhang mit der Heilig-Blut-Verehrung aus (vgl. die Wallfahrtsorte Burgwindheim bzw. Walldürn), es handelt sich ja in beiden Fällen um Spielarten der Passionsfrömmigkeit. Marteln mit dem Motiv der Fünf Wunden finden sich beispielsweise in Pfaffendorf, Kümmel und Modschiedel.[15]

 

Die Fünf-Wunden-Bruderschaft

 

Zur Barockfrömmigkeit gehört bekanntlich typischer Weise auch das Bruderschaftswesen. Angeblich bereits seit Beginn des 16. Jahrhundert gab es in Bamberg St. Martin eine Fünf-Wunden-Bruderschaft. Nach einer Zeit des Niedergangs im Jahrhundert der Reformation blühte sie im 17. Jahrhundert wieder auf. Weihbischof Friedrich Förner[16] (um 1568–1630), Exponent der Gegenreformation, heutzutage leider besser bekannt als geistiger Kopf der Hexenverfolgung im Bistum, hatte die Fünf-Wunden-Andacht gefördert und ein Gebetbuch mit dem schönen Titel „Rosa Pentaphyllata“ (fünfblättrige Rose) herausgebracht. Dieser Kult war von seinem Geburtsort Weismain aus wenig später nach Burgkunstadt ausgestrahlt, wo der Bamberger Dompropsteiamtmann Christoph Burckhardt 1659/60 die bis heute bestehende Fünfwundenkapelle erbauen ließ, die 1666 fertig gestellt wurde. Am 30. September 1684 gewährte Papst Innozenz XI. der Fünf-Wunden-Bruderschaft einen Ablass unter den üblichen Bedingungen u. a. bei der Einschreibung, in der Sterbestunde, bei der Teilnahme am Bruderschaftsfest sowie bei weiteren frommen Werken. Die Mitglieder waren u. a. verpflichtet, die fünf Wunden dadurch zu ehren, dass sie einmal am Tag fünf Vater unser und Ave Maria sowie ein Glaubensbekenntnis beteten.  In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde auch in Burgkunstadt eine solche fromme Vereinigung gegründet. Sie erhielt 1681 ihre Approbation durch den Bamberger Fürstbischof Peter Philipp von Dernbach (1672–1683) mit der Auflage, sich in diejenige von Bamberg einzugliedern, blieb aber später doch selbstständig.

Die Kapelle in Burgkunstadt, die 1706 von Weihbischof Johann Werner Schnatz[17] (1660–1723) eingeweiht werden konnte, musste bereits 1752 erweitert werden. Es war dort von bezeugten wunderbaren Gebetserhörungen die Rede, Votivbilder zeugen bis heute davon, so z. B. eines aus dem Jahr 1732, also fast dem Geburtsjahr Columbas. Für ihre Lebensgeschichte interessant dürfte auch ein Votivbild des Müllermeisters Johannes Partheymüller sein, das dieser 1759 für seinen verunglückten Sohn Stephan stiftete: Darauf ist zu sehen, wie der Müller der Stadtmühle zu den heiligen Fünf Wunden für sein Kind betet, das unter das Schaufelrad der Mühle geraten war – also ein Motiv aus dem Milieu der Kindheit Columbas, das genauso gut in der elterlichen Mühle ihrer nur wenige Kilometer entfernten Heimat hätte angesiedelt sein können. Die Kirche, deren Hochaltar eine Darstellung der Fünf Wunden in Reliefschnitzerei schmückt, war besonders an den Ablassfesten Kreuzauffindung bzw. Kreuzerhöhung über die Jahrhunderte hinweg bis in die Nachkriegszeit Ziel von Wallfahrten.[18] Übrigens wurde das Gotteshaus in den Jahren 1955/56 auf Kosten von Friedrich und Kathi Baur, den Inhabers des Baur-Versands Burgkunstadt, einer Generalrenovierung unterzogen und am 27. Juli 1958 durch Weihbischof Landgraf neu eingeweiht.[19]

 

Das Gebetbuch der Bruderschaft

 

Aus dem Jahr 1752 hat sich ein Gebetbuch der Burgkunstadter Bruderschaft erhalten. Vermutlich erschien es damals als Neuauflage aus Anlass der Fertigstellung der Erweiterung der Kapelle im selben Jahr. Die Vorrede ist auf den 4. September 1706 datiert, das Buch erschien also ursprünglich vermutlich aus Anlass der Einweihung der Kirche am Kilianstag desselben Jahres. Da es den Titel „Andacht zu der Fünf=Blätterigen Rosen deren allerheiligsten Fünff Wunden“ trägt, ist davon auszugehen, dass es inhaltlich auf das bereits erwähnte Gebetbuch von Weihbischof Förner aus dem Jahr 1630 zurückgreift, das in lateinischer Sprache erschienen war und das bereits im 17. Jahrhundert ein Gebetbuch in deutscher Sprache nach sich gezogen hatte. Diese im Vorwort der Auflage von 1752 erwähnten früheren Versionen liegen jedoch allesamt nicht mehr vor. Im vorliegenden Exemplar sind Messbegleitgebete, Tagzeitengebete, Lieder, Kreuzwege und vieles mehr enthalten. Im Folgenden soll der Inhalt ein wenig näher vorgestellt werden, denn wir befinden uns ja von der Zeitstellung her genau in den entscheidenden Jugendjahren Columbas kurz vor ihrem Eintritt ins Kloster. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass sie die frühere Auflage dieses Buches kannte.

Zu Beginn des Gebetbuches ist der päpstliche Ablass zugunsten der Bruderschaft samt Ablassgebet und dem Gebet abgedruckt, das bei der Einschreibung in die Mitgliedschaft zu sprechen war. Es folgen Gebete für verschiedene Gelegenheiten am Tag, z. B. Morgen- und Abendgebet oder ein Gebet, das beim Hinausgehen aus dem Haus gebetet werden sollte, die inhaltlich immer auf die fünf Wunden bezogen sind. Es folgen Fünf-Wunden-Gebete, die während der heiligen Messe rezitiert werden sollten, eine Gewissenserforschung anhand der fünf Wunden (rechte Hand = Bitte um rechtes Tun; linke Hand = Bitte um Hinwegnahme alles Linken und Unrechten; rechter Fuß = Bitte um rechte Begierde und Tugend; linker Fuß = Bitte um Wegnahme böser [„linker“] Gedanken und Urteile; Herzwunde = Bitte um die göttliche Liebe) sowie Beicht- und Kommuniongebete. Weitere Kapitel enthalten Texte, die für Anbetungsstunden vor dem Allerheiligsten geeignet waren, Tagzeiten zu den fünf Wunden oder auch einen Rosenkranz in Verbindung damit. Auch Frömmigkeitsformen, die aus dem thematischen Umkreis der Fünf-Wunden-Verehrung stammen, fanden Aufnahme, wie Herz-Jesu-Gebete, die Litanei vom Leiden Jesu, ein Gebet zur Schulterwunde Jesu oder Mutter-Gottes-Gebete, z. B. zur Schmerzhaften Mutter. Passend zur zeitgenössischen Spiritualität finden sich auch Gebete zum Schutzengel und zum heiligen Erzengel Michael. Inhaltlich sehr nahe an die von ihr selbst bezeugten Gebetsintention Columba heran führen die „Andacht zu Ehren der heiligen fünf Wunden Christi für die lieben Seelen im Fegfeuer“, die „Tägliche Erinnerung der armen Seelen im Fegfeuer“ mit einem eigenen Abschnitt für jeden Wochentag sowie das Gebet zur Gottesmutter für die armen Seelen im Fegfeuer und die entsprechende Litanei. Gebete für Angehörige und Gesänge schließen den Druck ab. Dem Exemplar aus der Bibliothek des Metropolitankapitels sind zusätzlich noch ein Kreuzweg aus dem Jahr 1744 sowie eine Gebetsvorlage für das zehnstündige Gebet beigebunden. Auch ein handschriftliches Gebetbuch, das die Inhalte aus dem Burgkunstadter Druck weitgehend übernommen hat, hat sich in dieser Bibliothek erhalten.[20]

Die Beispiele für Gebete zu den hl. Fünf Wunden ließen sich aus der reichhaltigen Gebetbuchliteratur des 18. Jahrhunderts fast beliebig vermehren. An dieser Stelle mögen einige wenige Hinweise genügen: Im weit verbreiteten Gebetbuch „Maria, Trösterin der Betrübten“ findet sich ein Gebet, das für den Kreuzaltar der Bamberger Jesuitenkirche gedacht war in Form einer Andacht zu den hl. Wunden Jesu, ebenso kommt diese Frömmigkeitsform darin in der Andacht zum hl. Franz Xaver vor.[21] Die Verehrung der fünf Wunden lag dem Jesuitenorden besonders am Herzen. Eine aufwändige Darstellung der Wundmale Christi befand sich deshalb an dem eben genannten Kreuzaltar in der Jesuitenkirche zum hl. Namen Jesu, wo die Todesangst-Christi-Bruderschaft diese Gebetsform besonders pflegte.[22] Ein Heft der Todangst-Bruderschaft von 1764 enthält ein so genanntes „Myhrrenkränzlein von den hl. 5. Wunden“.[23] Dabei ist für uns wichtig zu bedenken, dass Columba vor ihrem Eintritt ins Kloster offenbar die Jesuitenkirche frequentierte, da sie sich von den Patres der Gesellschaft Jesu beraten ließ. Weitere Beispiele für Gebete zu den hl. Fünf Wunden z. B. aus dem Dom ließen sich anführen.[24]

 

Die Volksfrömmigkeit im 18. Jahrhundert und die hl. Fünf Wunden

 

Da über die liturgische Praxis des 18. Jahrhunderts in Burgellern, dem Geburtsort Columbas, bzw. Scheßlitz, ihrer Heimatpfarrei, nichts bekannt ist, soll an dieser Stelle aus der Pfarrei Ebensfeld berichtet werden, die ja nur wenige Kilometer von Burgellern entfernt liegt. Vielleicht ist es in diesem Zusammenhang auch nicht uninteressant, dass eine der wundersamen Episoden im Leben Columbas, nämlich die Geschichte mit den verschwundenen Rosenkranzperlen, in Ebensfeld spielt, und zwar im Elternhaus einer der Mitschwestern Columbas, Osanna Hartmann. Damals lebten noch weitere gebürtige Ebensfelderinnen im Kloster Heilig Grab, und auch zwei Söhne des Ortes wirkten als Dominikaner im Kloster St. Christoph.[25]

Im 18. Jahrhundert fand in Ebensfeld an den Dienstagen der Fastenzeit abends ein besonderer Gottesdienst, die so genannte Miserere-Andacht statt. Dabei wurde die Monstranz mit dem Allerheiligsten auf den Kreuzaltar gebracht und u. a. das Fünfwundengebet gesprochen. Da der Ebensfelder Kreuzaltar als Fünfwundenaltar gestaltet ist und sich die Ebensfelder Pfarrgemeinde sowohl an der Errichtung der Burgkunstadter Fünfwundenkapelle finanziell beteiligt hatte als auch der Bamberger Fünfwundenbruderschaft beigetreten war, ist es wohl legitim anzunehmen, dass diese Frömmigkeitsform damals auch im nur dreizehn Kilometer entfernten Scheßlitz ähnlich stark verwurzelt war, eine Form des Passionsgedenkens, die übrigens im Ort auch heute noch zumindest in Spuren lebendig ist: Noch vor zehn Jahren wurde für eine Verstorbene aus der Pfarrei Ebensfeld auf deren ausdrücklichen Wunsch hin bei der Totenandacht das Fünfwundengebet vorgebetet. Auch heute noch erinnert eine Geißelsäule, die 1737 vom Vater Osanna Hartmanns gestiftet wurde, an diese Zeit der Hochblüte der Passionsfrömmigkeit.[26]

Weitere herausragende Zeugnisse der Volksfrömmigkeit sind mit der Fünf-Wunden-Bruderschaft in Bamberg verbunden, wo die Verehrung der Wundmale Christi bis heute lebendig geblieben ist. Daher haben sich ganz in der Nähe des Hl.-Grab-Klosters, im Gärtner- und Häckermuseum, etliche Zeugnisse dieser Frömmigkeitsform aus vergangenen Jahrhunderten erhalten. Das Einschreibebuch der Bruderschaft aus dem Jahr 1695 verrät uns, dass darin alle sozialen Schichten vom Weihbischof bis zur Dienstmagd (also auch Frauen!) vertreten waren. Von 1695 bis 1806 traten über 1400 Mitglieder der Bruderschaft bei, im Jahrzehnt von 1770 bis 1780, also noch zu Lebzeiten Columbas, waren es allein 219. Im Besitz der Bruderschaft befindet sich u. a. eine Totenfahne aus dem Geburtsjahr Columbas 1730, aber auch eine neue Fünf-Wunden-Fahne, die die Schwestern des wieder gegründeten Klosters 1928 gestickt haben. Prozessionsstangen und die Figur des Heilands, der dem Betrachter seine Wunden zeigt und die bis heute bei den Prozessionen in der Stadt mitgetragen werden, ergänzen den Bestand.[27]

 

Der Einfluss der Fünf-Wunden-Verehrung auf Columba

 

Für unser Thema ist es nun interessant, dass es vor der Klosteraufhebung am Hochaltar der Hl.-Grab-Kirche Fünf-Wunden-Tafeln gab, die leider nicht erhalten geblieben sind. Sie kamen nach der Säkularisation nach Strullendorf, wo sich die Spur der fünf Medaillons 1883 verliert.[28] Nach Kohlschein stammt möglicherweise auch eine der im Bamberger Gärtner- und Häckermuseum erhaltenen Fünf-Wunden-Darstellungen aus der Klosterkirche.[29] In einem Messbuch aus dem Kloster, das sich heute in der Bibliothek des Metropolitankapitels befindet, ist eine „Missa de quinque vulneribus Jesu Christi pro avertenda morte subitanea“, also eine Votivmesse zu den Fünf Wunden Jesu Christi zur Abwendung eines plötzlichen Todes“ aus dem 18. Jahrhundert beigebunden. In den Messtexten wird darum gebeten, dass derjenige, der die hl. Fünf Wunden täglich verehre, vor einem plötzlichen und damit möglicherweise ewigen Tod (also der Verdammung, da er die Sterbesakramente nicht mehr rechtzeitig empfangen konnte) verschont bleiben möge.[30] Wir können also davon ausgehen, dass Columba praktisch täglich eine Darstellung der Fünf Wunden vor Augen hatte. Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch einmal an das bereits zitierte Bilderdekret des Trienter Konzils: „Durch die in Gemälden oder anderen Abbildungen ausgedrückten Geschichten der Geheimnisse unserer Erlösung wird das Volk darin erzogen und bestärkt, sich der Glaubensartikel zu erinnern und sie unermüdlich zu verehren“.[31] Zweifellos wurde Columba sowohl durch die künstlerische Darstellung als auch durch entsprechende Gebetstexte praktisch täglich dazu motiviert, die Fünf Wunden Christi zu verehren, wie sie es schon seit ihrer Jugend gewohnt war. Durch die von ihr selbst bezeugte tägliche Gebetspraxis kann wohl davon ausgegangen werden, dass Columba, die selbst wohl nicht Mitglied der Fünf-Wunden-Bruderschaft gewesen ist, sich mindestens den Gläubigen, die dieser frommen Vereinigung angehörten, innerlich verbunden fühlte.

Vielleicht am besten kommt der Geist der Fünf-Wunden-Verehrung in einem Hymnus aus den „Tagzeiten zu den heiligen fünf Wunden“ zum Ausdruck, den ich hier kurz zitieren möchte:

 

„O Schön und zarte Wunden=Mahl

Meines Heylands seyd gegrüsset,

O helle Lichter, helle Strahl,

Das Heyl von euch herfliesset.

Euch Händ ich grüß, euch Füß ich küß,

Ans harte Kreuz geschlagen,

Ihr seyd die rechte gülden Flüß,

Im Hertzen will ichs tragen.

Dich grüß ich offne Hertzens=Thür,

Die Seiten meines Herren.

Die Lieb ihr Wohnung hat in dir,

Die irren, da einkehren.

JEsu sey Lob und Ehr zugleich,

Der uns durch seine Wunden

Erworben hat das Himmelreich,

Und sieghafft überwunden.“[32]

 

Zum Schluss: „Die Wundmale des Herrn sind die Tür, durch die die Barmherzigkeit kommt“ – eine Betrachtung von Papst Franziskus

 

Anfang März 2018 empfing Papst Franziskus die Teilnehmer des Generalkapitels des Ordens der Stigmatiner[33] in Audienz und ging dabei in seiner Ansprache auch auf die Bedeutung der Verehrung der Wundmale Christi in unserer Zeit ein. Diese Überlegungen des Papstes können uns zeigen, dass die Verehrung der hl. Fünf Wunden Christi auch heute noch relevant und aktuell sein kann: „Die zweite Dimension ist euer Name, der von den Wundmalen kommt. Das gefällt mir sehr. Der heilige Bernhard sagt, dass das menschgewordene Wort Gottes ein ‚Sack voll Barmherzigkeit‘ ist, der im Leiden, durch die Wundmale, über uns ausgegossen wurde. Die Wundmale des Herrn, die Wunden des Herrn sind die Tür, durch die die Barmherzigkeit kommt. Jener ‚Sack voll Barmherzigkeit‘, der Jesus Christus ist. Und weiter sagt der heilige Bernhard, sicher habt ihr das gelesen: Wenn ich niedergeschlagen bin, wenn ich zu viel gesündigt habe, wenn ich dies oder das oder jenes getan habe …, dann gehe ich hin und suche Zuflucht in den Wunden des Herrn. Seid euch bewusst, dass ihr ‚voller Wunden‘ seid. Jeder von uns ist ‚voller Wunden‘ und erlöst das eigene Leben, wenn er es mit den Wunden des Herrn vereint. Nur das Bewusstsein um eine Kirche ‚voller Wunden‘, eine Kongregation ‚voller Wunden‘, eine Seele oder ein Herz ‚voller Wunden‘ bringt uns dazu, in den Wunden des Herrn an die Tür der Barmherzigkeit zu klopfen. Wer weiß, dass er ‚voller Wunden‘ ist, sucht die Wunden. Sucht diesen Text: die Betrachtung der Wunden des Herrn bedeutet, in seine Wunden einzutreten. Vom heiligen Bernhard. Er ist eine schöne Persönlichkeit, ich mag ihn sehr.

Der ‚Sack voll Barmherzigkeit‘ hat sich in den Wunden des Herrn für alle geöffnet. Auch das ist interessant: Die Menschen, die nicht spüren, dass sie durch die Sünde ‚voller Wunden‘ sind, verstehen die Wunden Christi nicht. Manchmal hört man: ‚Diese Verehrung der Wundmale Christi ist mittelalterlich…‘. Dieser Mensch spürt nicht, dass er ‚voller Wunden“ ist. ‚Durch seine Wunden sind wir geheilt‘ (vgl. 1 Petr 2,24). Genau dort: die Wunde des Herrn. Und wie es in jenem schönen Gebet heißt: „Birg in deinen Wunden mich“ (Anima Christi). Verbirg mich vor meiner Scham. Verbirg mich vor dem Zorn des Vaters. Verbirg mich vor meinem Elend. Aber in deinen Wunden. Schämt euch nicht, die Wunden des Herrn zu verehren. Es ist euer Weg der Heiligung. Lehrt die Menschen, dass wir alle ‚voller Wunden‘ sind. Ein Sünder ‚voller Wunden‘ findet Vergebung, Frieden und Trost nur in den Wunden des Herrn, nicht woanders.“[34]

Columba Schonath starb am 3. März 1787, dem Festtag der Diözesanpatronin Kunigunde. Die Verehrung der hl. Fünf Wunden blieb aber in ihrer Heimat noch lange lebendig.

 

[1] Die Dekrete des Konzils sind am einfachsten greifbar bei Alberigo, Giuseppe (Hg.): Conciliorum oecumenicorum decreta, Bologna ³1973, S. 657–799. – Ich benutze hier die Auszüge in DH 1500–1880.

[2] Vgl. den guten Überblick im Ausstellungskatalog des Badischen Landesmuseums Karlsruhe (Hg.): Barock in Baden-Württemberg. Vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zur Französischen Revolution (Ausstellungskatalog), Band 2: Aufsätze, Karlsruhe 1981. Architektur- und kunstgeschichtlich orientierte Einblicke in die Epoche bieten die Bildbände Schütz, Bernhard: Die kirchliche Barockarchitektur in Bayern und Oberschwaben 1580 – 1780, München 2000, bzw. Toman, Rolf (Hg.): Die Kunst des Barock. Architektur – Skulptur – Malerei, Köln 1997. Die neuere Literatur findet sich in den Unterabschnitten des Lemmas „Barock“ im LThK, Bd. 2, Freiburg i. Br. u. a. ³1994, Sp. 20–31, sowie auf die Region Franken bezogen bei Benker, Sigmund: Die Kunstentwicklung vom 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, in: Kraus, Geschichte Frankens (wie Anm. 9), S. 1305–1355, bes. 1325–1355. Die religiösen Aspekte der Epoche behandeln die Beiträge in Breuer, Dieter (Hg.): Religion und Religiosität im Zeitalter des Barock, 2 Bde., Wiesbaden 1995.

[3] Vgl. Baumgärtel-Fleischmann, Renate / Renzces, Stephan (Hg.): 300 Jahre Jesuitenkirche / St. Martin in Bamberg 1693–1993, Bamberg 1993.

[4] Vgl. die Bildbände Bornschlegel, Andreas / Dippold, Günter: Kloster Banz. Natur – Kultur – Architektur, Staffelstein 1991, sowie Bornschlegel, Andreas / Lutz, Dominik: Basilika Vierzehnheiligen. Symphonie in Licht und Farbe, Staffelstein 1986.

[5] DH 1824.

[6] Das ist deshalb für unser Thema nicht uninteressant, weil aus dem ihrem Jugendbericht hervorgeht, dass Columba, bevor sie ins Kloster eintrat, sich offenbar bei Jesuiten geistlichen Rat holte, vgl. Kohlschein, Franz (Hg.): Columba Columba Schonath OP (1730–1787). Berichte und Visionen einer Mystikerin aus dem Bamberger Dominikanerinnen-Kloster (Studien zur Bamberger Bistumsgeschichte 4). Bamberg 2008, S. 476.

[7] Vgl. Jung, Norbert: Maria Anna Schonath. Von der Müllerstochter aus Burgellern zur Mystikerin im Bamberger Dominikanerinnen-Kloster. In: Heimat Bamberger Land 20 (2010) 3–15. Ders.: „Weder zu wenig noch zu viel glauben“. Der Oberzeller Abt Oswald Loschert als Gutachter in der Causa Columba Schonath OP. In: Ders. / Machilek, Franz / Seit, Stefan (Hg.): Fides – Theologia – Ecclesia. Festschrift für Ernst Ludwig Grasmück zum 75. Geburtstag (Bamberger Theologische Studien 37). Frankfurt a. M. u. a. 2012, S. 239–272.

[8] Vgl. Kohlschein, Columba (wie Anm. 6), S. 111, 156 u. 247.

[9] Kohlschein, Columba (wie Anm. 6), S. 272.

[10] Zitiert nach Heel, Joseph: Die hochbegnadigte Ordensschwester Columba im Kloster der Dominikanerinnen zum hl. Grabe in Bamberg. Regensburg 1880, S. 211–213.

[11] Vgl. Alkofer, Andreas-Pazifikus: Art. „Wundmale Christi. IV. Spirituell“. In: LThK 10, Freiburg i. Br. ³2001, Sp. 1322.

[12] Pihan, P. Bonaventura (Bearb.): Kreuzeslob. Katholisches Gebet- und Gesangbuch zum Leiden Christi. Regensburg 41997, S. 484–495 (Eigenmesse der Passionisten: Votivmesse „Die glorreichen Wunden unseres Herrn Jesus Christus“, lat.-dt.).

[13] Vgl. Sander, Kai Gallus: Art. „Wundmale Christi. III. Liturgisch“. In: LThK 10, Freiburg i. Br. ³2001, Sp. 1321 f.

[14] Vgl. Köpf, Ulrich: Art. „Passionsfrömmigkeit“. In: TRE 27, Berlin/New York 1997, S. 722–764, bes. S. 747 f. u. 754. Di Bernardo, Flavio: Art. „Passion (Mystique de la)“. In: Dictionnaire de spiritualité 12, Paris 1984, Sp. 312–338.

[15] Vgl. Kunzelmann, Maria (Hg.): Den Herren will ich loben. Gebet- und Gesangbücher (Veröffentlichungen des Diözesanmuseums Bamberg 16). Bamberg 2006, S. 22 f.

[16] Zu ihm vgl. Weiß, Dieter: Die Bamberger Weihbischöfe des konfessionellen Zeitalters. In: Hölscher, Andreas / Jung, Norbert (Hg.): Die Weihbischöfe in Bamberg. Festgabe zur Verabschiedung von Weihbischof Werner Radspieler. Petersberg 2013, S. 63–91, hier: S. 84–88.

[17] Zu ihm vgl. Jung, Norbert: Die Bamberger Weihbischöfe des 18. Jahrhunderts. In: Hölscher / Jung: Weihbischöfe (wie Anm. 16), S. 93–162, hier: S. 96–115.

[18] Vgl. zur Fünfwundenkapelle Will, Georg: Die Fünfwundenkapelle bei Burgkunstadt. In: Der Mainbote von Oberfranken. Ein Heimatkalender 1935, S. 43 f. sowie Müller, Johann Baptist: Burgkunstadt. Stadtpfarrkirche St. Heinrich und Kunigunde und Fünf-Wunden-Kapelle (Kirchenführer), Burgkunstadt 1981.

[19] Vgl. Czapla, Ralf Georg: Die ungleichen Geschwister. Der Unternehmer Friedrich Baur und die Tänzerin Claire Bauroff. München/Berlin 2015, S. 291–297.

[20] Vgl. Kunzelmann, Gebet- und Gesangbücher (wie Anm. 15), S. 22 f. sowie Scharrer, Werner: Die Fünfwundenbruderschaft in Bamberg. Geschichte – Brauchtum – Kultobjekte, Dipl.-Arbeit Bamberg 1981. Das erwähnte Gebetbuch trägt den Titel: „Andacht zu der Fünff=Blätterigen ROSEN deren allerheiligsten Fünff Wunden JESU CHRISTI, krafft welcher ein jeder frommer Christ die allerheiligste fünff Wunden billiger massen zu verehren sattsam unterwiesen kan werden. Herausgegeben von der Hochlöblichen Fünff Wunden=Bruderschafft zu Burckunstatt“, Bamberg 1752. Die angeführte Gewissenserforschung findet sich darin auf den Seiten 39–42. Das von mir benutzte Exemplar befindet sich in der Bibliothek des Metropolitankapitels Bamberg, Sign. Geb. Franc. 31 (früher: Geb. Ba. 40), das erwähnte handschriftliche Exemplar trägt die Signatur Ma 55. Vgl. dazu Kunzelmann: Gebet- und Gesangbücher (wie Anm. 15), S. 22 f., Kat.-Nr. 14.

[21] MARIA Trösterin der Betrübten, In Dero Gnaden=reichen und über hundert und mehr Jahr Wunderthätigen Bildnuß bey denen Ehrwürdigen Patribus Societatis JESU zu Bamberg, Ehemals Von einer Hochlöbl[ichen] Herren= und Burger=Sodalität zu sonderem Trost und Verehrung vorgestellt; Nun aber auf eyffriges Verlangen vieler Liebhaber JESU und MARIAE mit einem mercklichen Zusatz vermehrt, und zum zweytenmahl in offentlichen Druck gegeben, Im Jahr 1736, bes. S. 76–86 u. 164–189.

[22] Vgl. Baumgärtel-Fleischmann / Renczes: Jesuitenkirche (wie Anm. 3), S. 46 f.

[23] Vgl. Machilek, Franz (Hg.): Haus der Weisheit. Von der Academia Ottoniana zur Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Katalog der Ausstellungen aus Anlaß der 350-Jahrfeier. Bamberg 1998, S. 379, Anm. 9.

[24] Vgl. dazu Kunzelmann: Gebet- und Gesangbücher (wie Anm. 15), S. 89, Kat.-Nr. 86 u. S. 115 f., Kat.-Nr. 112. Zur geistlichen Begleitung Columbas durch Jesuiten in Lebensfragen vgl. Anm. 6.

[25] Vgl. Jung, Norbert: „Der zerissene Rosenkranz“. Die heiligmäßige Dominikanerin Columba Schonath OP (1730–1787) und Ebensfeld. In: Vom Main zum Jura 18 (2009) 78 –99.

[26] Vgl. Jung, Norbert: Barocke Frömmigkeit am Obermain. Das Beispiel der Pfarrei Ebensfeld. In: Geschichte am Obermain 24 (2010) 17–44; ders.: Pfarrkirche Maria Verkündigung Ebensfeld (Schnell-Kunstführer Nr. 1532). Regensburg ²2008 (Abb. des Fünf-Wunden-Kreuzaltars auf S. 16).

[27] Vgl. Scharrer, Werner: Die Bruderschaft zu den „Hoch heiligsten fünff Wunden Jesu Christi“ bei St. Martin. Ein Beitrag zum Bruderschaftswesen in Bamberg. In: BHVB 120 (1984) 641–653; ders., Laienbruderschaften in der Stadt Bamberg vom Mittelalter bis zum Ende des Alten Reiches. Geschichte – Brauchtum – Kultobjekte. In: BHVB 126 (1990) 21–392; ders.: „… die gärtner gahr eiferig ieder Zeit gewesen sein“. Zur bruderschaftlichen Verehrung der ‚Hl. Anna‘ und der ‚Hl. Fünf-Wunden‘. In: Gebert, Heribert (Bearb.): Festschrift zum 150jährigen Vereinsjubiläum des Oberen Gärtnervereins Bamberg 1863–2013. Bamberg 2013, S. 99–118.

[28] Vgl. Hopf, Heinrich: Das Schicksal der Barockausstattung der Klosterkirche zum Heiligen Grab in Bamberg nach der Aufhebung des Klosters im Zuge der Säkularisation am 24. März 1803, in: BHVB 116 (1980) 141–155, hier S. 151 f.

[29] Vgl. Kohlschein, Columba (wie Anm. 6), S. 34 f. mit Anm. 202.

[30] BMK Lit. 2105. Das erwähnte Messformular ist als vorvorletztes am Ende des Bandes unpaginiert beigebunden. Die Bibeltexte für Lesung und Evangelium entsprechen denen der heutigen Votivmesse (vgl. Anm. 12).

[31] Vgl. Anm. 5.

[32] Gebetbuch „Andacht zu der Fünff=Blätterigen ROSEN“ (wie Anm. 20), S. 75.

[33] Vgl. Frank, Karl Suso: Art. „Stigmatiner“. In: LThK 9, Freiburg i. Br. ³2000, Sp. 1006.

[34] Ansprache von Papst Franziskus bei der Audienz für die Teilnehmer am Generalkapitel der Kongregation von den Wundmalen unseres Herrn Jesus Christus (Stigmatiner). In: Osservatore Romano Nr. 10 v. 9. März 2018, S. 9 f., das  Zitat S. 10.

[1] Die Dekrete des Konzils sind am einfachsten greifbar bei Alberigo, Giuseppe (Hg.): Conciliorum oecumenicorum decreta, Bologna ³1973, S. 657–799. – Ich benutze hier die Auszüge in DH 1500–1880.

[1] Vgl. den guten Überblick im Ausstellungskatalog des Badischen Landesmuseums Karlsruhe (Hg.): Barock in Baden-Württemberg. Vom Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zur Französischen Revolution (Ausstellungskatalog), Band 2: Aufsätze, Karlsruhe 1981. Architektur- und kunstgeschichtlich orientierte Einblicke in die Epoche bieten die Bildbände Schütz, Bernhard: Die kirchliche Barockarchitektur in Bayern und Oberschwaben 1580 – 1780, München 2000, bzw. Toman, Rolf (Hg.): Die Kunst des Barock. Architektur – Skulptur – Malerei, Köln 1997. Die neuere Literatur findet sich in den Unterabschnitten des Lemmas „Barock“ im LThK, Bd. 2, Freiburg i. Br. u. a. ³1994, Sp. 20–31, sowie auf die Region Franken bezogen bei Benker, Sigmund: Die Kunstentwicklung vom 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, in: Kraus, Geschichte Frankens (wie Anm. 9), S. 1305–1355, bes. 1325–1355. Die religiösen Aspekte der Epoche behandeln die Beiträge in Breuer, Dieter (Hg.): Religion und Religiosität im Zeitalter des Barock, 2 Bde., Wiesbaden 1995.

[1] Vgl. Baumgärtel-Fleischmann, Renate / Renzces, Stephan (Hg.): 300 Jahre Jesuitenkirche / St. Martin in Bamberg 1693–1993, Bamberg 1993.

[1] Vgl. die Bildbände Bornschlegel, Andreas / Dippold, Günter: Kloster Banz. Natur – Kultur – Architektur, Staffelstein 1991, sowie Bornschlegel, Andreas / Lutz, Dominik: Basilika Vierzehnheiligen. Symphonie in Licht und Farbe, Staffelstein 1986.

[1] DH 1824.

[1] Das ist deshalb für unser Thema nicht uninteressant, weil aus dem ihrem Jugendbericht hervorgeht, dass Columba, bevor sie ins Kloster eintrat, sich offenbar bei Jesuiten geistlichen Rat holte, vgl. Kohlschein, Franz (Hg.): Columba Columba Schonath OP (1730–1787). Berichte und Visionen einer Mystikerin aus dem Bamberger Dominikanerinnen-Kloster (Studien zur Bamberger Bistumsgeschichte 4). Bamberg 2008, S. 476.

[1] Vgl. Jung, Norbert: Maria Anna Schonath. Von der Müllerstochter aus Burgellern zur Mystikerin im Bamberger Dominikanerinnen-Kloster. In: Heimat Bamberger Land 20 (2010) 3–15. Ders.: „Weder zu wenig noch zu viel glauben“. Der Oberzeller Abt Oswald Loschert als Gutachter in der Causa Columba Schonath OP. In: Ders. / Machilek, Franz / Seit, Stefan (Hg.): Fides – Theologia – Ecclesia. Festschrift für Ernst Ludwig Grasmück zum 75. Geburtstag (Bamberger Theologische Studien 37). Frankfurt a. M. u. a. 2012, S. 239–272.

[1] Vgl. Kohlschein, Columba (wie Anm. 6), S. 111, 156 u. 247.

[1] Kohlschein, Columba (wie Anm. 6), S. 272.

[1] Zitiert nach Heel, Joseph: Die hochbegnadigte Ordensschwester Columba im Kloster der Dominikanerinnen zum hl. Grabe in Bamberg. Regensburg 1880, S. 211–213.

[1] Vgl. Alkofer, Andreas-Pazifikus: Art. „Wundmale Christi. IV. Spirituell“. In: LThK 10, Freiburg i. Br. ³2001, Sp. 1322.

[1] Pihan, P. Bonaventura (Bearb.): Kreuzeslob. Katholisches Gebet- und Gesangbuch zum Leiden Christi. Regensburg 41997, S. 484–495 (Eigenmesse der Passionisten: Votivmesse „Die glorreichen Wunden unseres Herrn Jesus Christus“, lat.-dt.).

[1] Vgl. Sander, Kai Gallus: Art. „Wundmale Christi. III. Liturgisch“. In: LThK 10, Freiburg i. Br. ³2001, Sp. 1321 f.

[1] Vgl. Köpf, Ulrich: Art. „Passionsfrömmigkeit“. In: TRE 27, Berlin/New York 1997, S. 722–764, bes. S. 747 f. u. 754. Di Bernardo, Flavio: Art. „Passion (Mystique de la)“. In: Dictionnaire de spiritualité 12, Paris 1984, Sp. 312–338.

[1] Vgl. Kunzelmann, Maria (Hg.): Den Herren will ich loben. Gebet- und Gesangbücher (Veröffentlichungen des Diözesanmuseums Bamberg 16). Bamberg 2006, S. 22 f.

[1] Zu ihm vgl. Weiß, Dieter: Die Bamberger Weihbischöfe des konfessionellen Zeitalters. In: Hölscher, Andreas / Jung, Norbert (Hg.): Die Weihbischöfe in Bamberg. Festgabe zur Verabschiedung von Weihbischof Werner Radspieler. Petersberg 2013, S. 63–91, hier: S. 84–88.

[1] Zu ihm vgl. Jung, Norbert: Die Bamberger Weihbischöfe des 18. Jahrhunderts. In: Hölscher / Jung: Weihbischöfe (wie Anm. 16), S. 93–162, hier: S. 96–115.

[1] Vgl. zur Fünfwundenkapelle Will, Georg: Die Fünfwundenkapelle bei Burgkunstadt. In: Der Mainbote von Oberfranken. Ein Heimatkalender 1935, S. 43 f. sowie Müller, Johann Baptist: Burgkunstadt. Stadtpfarrkirche St. Heinrich und Kunigunde und Fünf-Wunden-Kapelle (Kirchenführer), Burgkunstadt 1981.

[1] Vgl. Czapla, Ralf Georg: Die ungleichen Geschwister. Der Unternehmer Friedrich Baur und die Tänzerin Claire Bauroff. München/Berlin 2015, S. 291–297.

[1] Vgl. Kunzelmann, Gebet- und Gesangbücher (wie Anm. 15), S. 22 f. sowie Scharrer, Werner: Die Fünfwundenbruderschaft in Bamberg. Geschichte – Brauchtum – Kultobjekte, Dipl.-Arbeit Bamberg 1981. Das erwähnte Gebetbuch trägt den Titel: „Andacht zu der Fünff=Blätterigen ROSEN deren allerheiligsten Fünff Wunden JESU CHRISTI, krafft welcher ein jeder frommer Christ die allerheiligste fünff Wunden billiger massen zu verehren sattsam unterwiesen kan werden. Herausgegeben von der Hochlöblichen Fünff Wunden=Bruderschafft zu Burckunstatt“, Bamberg 1752. Die angeführte Gewissenserforschung findet sich darin auf den Seiten 39–42. Das von mir benutzte Exemplar befindet sich in der Bibliothek des Metropolitankapitels Bamberg, Sign. Geb. Franc. 31 (früher: Geb. Ba. 40), das erwähnte handschriftliche Exemplar trägt die Signatur Ma 55. Vgl. dazu Kunzelmann: Gebet- und Gesangbücher (wie Anm. 15), S. 22 f., Kat.-Nr. 14.

[1] MARIA Trösterin der Betrübten, In Dero Gnaden=reichen und über hundert und mehr Jahr Wunderthätigen Bildnuß bey denen Ehrwürdigen Patribus Societatis JESU zu Bamberg, Ehemals Von einer Hochlöbl[ichen] Herren= und Burger=Sodalität zu sonderem Trost und Verehrung vorgestellt; Nun aber auf eyffriges Verlangen vieler Liebhaber JESU und MARIAE mit einem mercklichen Zusatz vermehrt, und zum zweytenmahl in offentlichen Druck gegeben, Im Jahr 1736, bes. S. 76–86 u. 164–189.

[1] Vgl. Baumgärtel-Fleischmann / Renczes: Jesuitenkirche (wie Anm. 3), S. 46 f.

[1] Vgl. Machilek, Franz (Hg.): Haus der Weisheit. Von der Academia Ottoniana zur Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Katalog der Ausstellungen aus Anlaß der 350-Jahrfeier. Bamberg 1998, S. 379, Anm. 9.

[1] Vgl. dazu Kunzelmann: Gebet- und Gesangbücher (wie Anm. 15), S. 89, Kat.-Nr. 86 u. S. 115 f., Kat.-Nr. 112. Zur geistlichen Begleitung Columbas durch Jesuiten in Lebensfragen vgl. Anm. 6.

[1] Vgl. Jung, Norbert: „Der zerissene Rosenkranz“. Die heiligmäßige Dominikanerin Columba Schonath OP (1730–1787) und Ebensfeld. In: Vom Main zum Jura 18 (2009) 78 –99.

[1] Vgl. Jung, Norbert: Barocke Frömmigkeit am Obermain. Das Beispiel der Pfarrei Ebensfeld. In: Geschichte am Obermain 24 (2010) 17–44; ders.: Pfarrkirche Maria Verkündigung Ebensfeld (Schnell-Kunstführer Nr. 1532). Regensburg ²2008 (Abb. des Fünf-Wunden-Kreuzaltars auf S. 16).

[1] Vgl. Scharrer, Werner: Die Bruderschaft zu den „Hoch heiligsten fünff Wunden Jesu Christi“ bei St. Martin. Ein Beitrag zum Bruderschaftswesen in Bamberg. In: BHVB 120 (1984) 641–653; ders., Laienbruderschaften in der Stadt Bamberg vom Mittelalter bis zum Ende des Alten Reiches. Geschichte – Brauchtum – Kultobjekte. In: BHVB 126 (1990) 21–392; ders.: „… die gärtner gahr eiferig ieder Zeit gewesen sein“. Zur bruderschaftlichen Verehrung der ‚Hl. Anna‘ und der ‚Hl. Fünf-Wunden‘. In: Gebert, Heribert (Bearb.): Festschrift zum 150jährigen Vereinsjubiläum des Oberen Gärtnervereins Bamberg 1863–2013. Bamberg 2013, S. 99–118.

[1] Vgl. Hopf, Heinrich: Das Schicksal der Barockausstattung der Klosterkirche zum Heiligen Grab in Bamberg nach der Aufhebung des Klosters im Zuge der Säkularisation am 24. März 1803, in: BHVB 116 (1980) 141–155, hier S. 151 f.

[1] Vgl. Kohlschein, Columba (wie Anm. 6), S. 34 f. mit Anm. 202.

[1] BMK Lit. 2105. Das erwähnte Messformular ist als vorvorletztes am Ende des Bandes unpaginiert beigebunden. Die Bibeltexte für Lesung und Evangelium entsprechen denen der heutigen Votivmesse (vgl. Anm. 12).

[1] Vgl. Anm. 5.

[1] Gebetbuch „Andacht zu der Fünff=Blätterigen ROSEN“ (wie Anm. 20), S. 75.

[1] Vgl. Frank, Karl Suso: Art. „Stigmatiner“. In: LThK 9, Freiburg i. Br. ³2000, Sp. 1006.

[1] Ansprache von Papst Franziskus bei der Audienz für die Teilnehmer am Generalkapitel der Kongregation von den Wundmalen unseres Herrn Jesus Christus (Stigmatiner). In: Osservatore Romano Nr. 10 v. 9. März 2018, S. 9 f., das  Zitat S. 10.

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